Wir realisieren unser Schulprogramm
Lernen – lebenslang
Jeder Erwachsene hat erfahren, dass das Lernen mit dem Ende der Schulzeit nicht beendet ist. Erst das Lernen als lebenslanger Prozess ermöglicht die ständig notwendige Anpassung unseres Wissens und hält uns voll handlungskompetent.
Deshalb ist die Gewinnung und Erhaltung von Handlungskompetenz ein zentrales Ziel unseres Schulprogramms. Lernen wird effektiver und nachhaltiger, wenn man weiß, wie es besser funktioniert.
Erfolgreiche Ansätze
Bei der Realisierung von neuen Elementen unseres Schulprogramms haben sich deutliche Erfolge gezeigt. Hier sollen einige unserer Bemühungen kurz dargestellt werden.
Erweiterung der Medienkompetenz
Medienkompetenz
Ein Ziel unseres Schulprogramms ist nicht nur die Erweiterung der Medienkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler, sondern auch die der Lehrkräfte. Für letztere Gruppe fanden Lehrgänge zum Einsatz der Smartboards statt.
Robotertechnik
Großen Anklang findet die Möglichkeit, in einer AG computergesteuerte Roboter zu bauen. Gearbeitet wird dabei mit dem System LEGO NXT MINDSTORMS. Die Schülergruppe nimmt auch erfolgreich an Wettbewerben teil.
Laser
Seit einem Jahr haben wir einen Laser, an dem sich Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam einarbeiten. Mit dem Laser sind wir noch näher an der betrieblichen Wirklichkeit und können noch hochwertiger arbeiten.
Training der Methodenkompetenz
1. Lehrkräfte: Methodenkompetenz und Methodeneinsatz
Aus unserem Schulprogramm und der Zielvereinbarung mit dem Hessischen Kultusministerium ergibt sich für uns die zwingende Konsequenz, als Lehrkräfte an der Verbesserung des Unterrichts zu arbeiten.
Ein Bereich der Verbesserung ist der Einsatz gezielt ausgewählter Methoden. Nach der Teilnahme an mehreren Lehrgängen arbeiten die meisten Lehrkräfte schwerpunktmäßig mit diesen Methoden. Diese werden nicht nur im Unterricht eingesetzt; auch in Konferenzen und an pädagogischen Tagen ist deren Anwendung selbstverständlich. Sogar unsere Klassenbücher haben wir entsprechend umgestaltet. Jedes Jahr evaluieren wir das Konzept und passen es den Erfordernissen an.
2. Methodenkompetenztraining für Schülerinnen und Schüler

Lernzeitstunde
In den wöchentlichen Lernzeitstunden werden einzelne Methodenelemente eingeübt, welche dann im Fachunterricht von allen Kolleginnen und Kollegen übernommen und fächerspezifisch weiter trainiert werden. Neben dem Methodentraining ist in diesen Stunden auch Raum und Zeit für die Vorbereitung auf Klassenarbeiten.
Mithilfe der Selbstdiagnosebögen können unsere Schülerinnen und Schüler selbstständig an der Vorbereitung arbeiten. Hier werden häufig kleine Lernpatenschaften in der Unterrichtszeit und darüber hinaus gebildet.
3. Farbsystem
Das systematische Arbeiten mit neuen Lernmethoden wird ergänzt durch das schulische Signal-Farbsystem, das für alle Klassen und Fächer unserer Schule gilt. Jedem Fach ist eine bestimmte Farbe zugeordnet. Die Farbzuordnung bezieht sich auf Heftumschläge und Mappen.
Das Farbsystem erleichtert es unseren Schülerinnen und Schülern, Ordnung selbst zu organisieren, weil es Ordnungsstrukturen schafft. So haben alle zum Beispiel die für den nächsten Tag notwendigen Hausaufgaben und das Mitbringen von Heften besser im Griff. Auch in den Schultaschen herrscht eine bekannte Ordnung.
4. Evaluation
Am Ende jedes Schuljahres evaluieren wir unsere Konzepte. Wir überprüfen die Verbesserungen bei der Rechtschreibung, beim sinnerfassenden Lesen und auch bei den Methoden, die im Laufe des Jahres geübt worden sind. In Zukunft wird die Evaluation noch besser und umfassender werden, denn wenn man die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüft, weiß man, was schon gut ist und was noch verbessert werden kann. Wir haben Lernzeiten eingeführt, in denen die Schülerinnen und Schüler selbstständig entscheiden, für welches Fach sie lernen und üben. Damit können sie auch selbst ihre Methodenkompetenz überprüfen.
Erhöhung der Fachkompetenz
Um in allen Fächern erfolgreich zu sein, muss zunächst die Lesekompetenz optimiert werden. Darüber hinaus bemühen wir uns darum, mit einem guten Konzept die Rechtschreibleistungen unserer Schülerinnen und Schüler individuell zu verbessern und zu fördern.
1. Leseförderkonzept an der EvB
Seit Januar 2011 ist im ehemaligen Turnergarten unsere neue Mediathek eingerichtet. Sie ist in den Pausen für alle Schülerinnen und Schüler geöffnet und steht ihnen nach Absprache während des Schulvormittags zur Verfügung.
Die Mediathek bietet nicht nur Raum zum Schmökern. Computer mit Internetanschlüssen bieten die Möglichkeit zum Recherchieren; Präsentationen können erstellt und präsentiert werden.

Besuche in der Stadtbücherei
Um die Lesemotivation zu fördern, gehen wir mit unseren Schülerinnen und Schülern in die Stadtbücherei. Die Klassenführungen haben folgende Schwerpunkte:
- Klasse 5/6: Die Entdeckungsreise
- Klasse 7: Bibliotheksgalaxie
- Klasse 9R: Thema, Stoff und Recherche
Intensive Leseförderung in Klasse 5
Seit dem Schuljahr 2008/09 wird das Leseförderkonzept der 5. Klassen durch einen WP-Kurs der Klasse 10 unterstützt. Alle Schülerinnen und Schüler dieses Jahrgangs erhalten eine zusätzliche Deutschstunde plus drei weitere Lehrerstunden sowie die Mithilfe von 15 Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse zur Unterstützung der Leseförderung.
Damit wird es möglich, in kleinen Gruppen, die nach dem individuellen Leseniveau der Schülerinnen und Schüler zusammengestellt werden, gezielt die Lesekompetenz zu fördern.
Vorlesewettbewerb
Ein systematisches Lesetraining gibt es in den 6. Klassen bei der Vorbereitung auf den Vorlesewettbewerb. Weiterhin werden in Klasse 6 im Rahmen des Methodentrainings Lesestrategien zum sinnerfassenden Lesen und die „5-Schritt-Lesemethode“ eingeübt. Das Bearbeiten eines Lesetagebuches steht außerdem auf dem Programm.
2. Der Lernserver – wir stärken die Rechtschreibkompetenz
Seit Beginn des Schuljahres 2006/07 findet an der Emil-von-Behring-Schule eine intensive Kooperation mit dem Lernserver der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster statt. Ziel dieser Zusammenarbeit ist eine individuelle und differenzierte Förderung der Rechtschreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5, 6 und 7.
So funktioniert es: Alle Schülerinnen und Schüler, die wir in die Jahrgangsstufe 5 aufnehmen, schreiben in der ersten Schulwoche ein Testdiktat, das uns über den Lernserver zur Verfügung gestellt wird. Die Fehler jedes einzelnen Kindes werden danach anonymisiert, per Internet nach Münster übermittelt und dort analysiert.
Individuelles Übungsmaterial
Anschließend erhält jede Schülerin und jeder Schüler Übungsmaterial, das genau auf die individuellen Fehler zugeschnitten ist. Dazu gehören auch Kontrollblätter und ein individueller Förderplan. Die Materialien kommen online und werden bei uns päckchenweise ausgedruckt.
Anleitung beim Üben
In zusätzlichen Deutschstunden werden alle Schülerinnen und Schüler zum Arbeiten mit ihren Arbeitsblättern angeleitet. Für Schülerinnen und Schüler mit hohem Übungsbedarf werden Zusatzkurse angeboten, damit sie unter Anleitung weiter konzentriert arbeiten können. Auch den Eltern wird die Arbeit mit dem Übungsmaterial an einem Elternabend ausführlich vorgestellt.
Überprüfung des Übungserfolges
Am Ende des Schuljahres erfolgt eine Evaluation. Die Lernfortschritte sind teilweise sehr deutlich.
Erweiterung der Sozialkompetenz
Soziales Praktikum / Freiwilliges soziales Engagement
Um soziale Kompetenzen auch praktisch zu erwerben, führen wir zusammen mit der Freiwilligenagentur ein soziales Praktikum durch. Unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 werden klassenweise über Ziele des Praktikums und mögliche Praktikumsstellen informiert.
Bei Interesse verpflichten sie sich, an einem Nachmittag pro Woche für zwei bis drei Stunden regelmäßig in der gewählten sozialen Einrichtung mitzuarbeiten. Praktikumsstellen gibt es unter anderem in Altenheimen, Kindergärten, beim BUND und bei der Marburger Tafel.
Auswertungsgespräche
In regelmäßigen Abständen finden in der Schule gemeinsame Gesprächsrunden zur Auswertung statt. Zu der Abschlussveranstaltung werden auch die Betreuerinnen und Betreuer aus den Einrichtungen eingeladen. Neben den Mitarbeiterinnen der Freiwilligenagentur besucht und betreut eine Lehrerin die Praktikantinnen und Praktikanten.
Am Jahresende erhalten sie eine qualifizierte Bescheinigung über ihr ehrenamtliches Engagement als Anlage zum Zeugnis. Diese kann bei späteren Bewerbungen hilfreich sein.
Schulsanitäter / Soziale Verantwortung übernehmen
Ihren Ursprung hatte die Idee der „Schulsanitäter“ vor Jahren im Wahlpflichtunterricht, wo Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit der Pausenverpflegung oder Renovierungsarbeiten soziale Verantwortung für ihre Schule übernehmen wollten. Daraus entstand – wesentlich durch die Aktivitäten einer Schülergruppe – das Projekt „Schulsanitätsdienst“.
Inzwischen ist der Schulsanitätsdienst eine feste Einrichtung an der EvB. Knapp 30 Schülerinnen und Schüler wurden von Mitarbeitern des Malteser Hilfsdienstes ausgebildet und dürfen sich ganz offiziell „Notfallhelfer“ nennen.
Nach einem vollständigen Erste-Hilfe-Kurs machen sie eine zusätzliche Ausbildung in erweiterter Erster Hilfe. Viermal im Schuljahr nehmen sie an einer ganztägigen Fortbildung teil, um sich auszutauschen, Ausbildungsinhalte zu wiederholen und anhand von Praxisbeispielen zu vertiefen.
Während der Schulzeit haben nach einem Dienstplan immer drei Schulsanitäter Dienst. Zu Beginn des Schultages holen sie sich zunächst die drei Diensthandys im Sekretariat ab. Von dort aus können sie bei Bedarf jederzeit alarmiert werden.
Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler erleben Unfälle in der Schule häufig als besonders belastend. Sie finden dann viel Unterstützung bei den älteren Schülerinnen und Schülern aus dem Schulsanitätsdienst. Auch bei ernsteren Vorfällen hat das Team seine hohe Kompetenz schon mehrfach unter Beweis gestellt.
Vorbildfunktion
Die Schulsanitäter haben eine große Vorbildfunktion und zeigen hohe soziale Kompetenz. Das Selbstbewusstsein der Einzelnen wird besonders dadurch gestärkt, dass sie echte Verantwortung übernehmen dürfen und konkrete Hilfe leisten können.
Verminderung der Unfallzahlen
Die Unfallkasse Hessen, bei der unsere Schule versichert ist, veröffentlicht Statistiken mit den Unfallzahlen der einzelnen Schulen. Unsere Schule erhielt eine Geldprämie, weil die Zahl der gemeldeten Unfälle zurückging. Das liegt sicherlich auch daran, dass so gute Erste Hilfe geleistet wird.
WPU: Soziales Lernen / Helfersystem „Schüler helfen Schülern“
Der Wahlpflichtkurs „Soziales Lernen“ im 10. Schuljahr basiert auf einem Helfersystem: Schülerinnen und Schüler helfen Schülerinnen und Schülern. In diesem Kurs nehmen Jugendliche der 10. Klassen am Leseunterricht der 5. Klassen teil. Sie betreuen nach Anleitung die „Kleinen“, gestalten den Leseunterricht mit und übernehmen die Rolle von Lesepaten.
In den Pausen kümmern sie sich um ihre Patenkinder und organisieren die Spieleausgabe auf dem Schulhof.
SiS / Mediation durch „Seniorpartner“
Seit Oktober 2008 sind Vertreterinnen des Vereins „Seniorpartner in der Schule (SiS)“ im Bereich der Mediation und Streitschlichtung an unserer Schule tätig. Das Angebot, Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern in Ruhe zu bearbeiten, wird von unserer Schule gerne angenommen.
Sozialpädagogik
Sozialpädagogische Arbeit unterstützt die pädagogische Arbeit an unserer Schule und bietet Schülerinnen und Schülern zusätzliche Beratung und Begleitung.
